Wenn alle wissen, dass etwas nicht funktioniert

Kollerboration - Simon Koller - Organisationsentwicklung - Fehlerkultur, Offenheit - Frau hält sich Mund zu und hält Osterei hoch

Das ist einer meiner spannendsten Momente in Organisationsentwicklungen.

Ich sitze mit Menschen zusammen und irgendwann fällt ein Satz wie:

„Das wissen eh alle.“

Dann werde ich hellhörig.

Denn wenn es wirklich alle wissen – warum wird nichts verändert?

Oft liegt die Antwort nicht in fehlendem Wissen.

Sie liegt dazwischen.

Zwischen Hierarchie und Verantwortung.
Zwischen Rollen und Erwartungen.
Zwischen alten Geschichten und neuen Ideen.
Zwischen dem, was man denkt, und dem, was man laut ausspricht.

  • Organisationen bestehen eben nicht nur aus Organigrammen.

  • Sie bestehen aus Beziehungen.

  • Aus Vertrauen.

  • Aus informellen Regeln.

  • Aus Erfahrungen.

  • Aus Dingen, die ausgesprochen werden – und aus Dingen, die lieber unausgesprochen bleiben.

Genau deshalb beginnt meine Arbeit in Organisationen häufig mit Gesprächen.

Nicht mit einem fertigen Konzept.

Ich möchte verstehen, was Menschen erleben. Was sie beschäftigt. Wo Energie verloren geht. Wo Spannungen entstehen.

Und irgendwann entsteht daraus etwas sehr Wertvolles:

Ein gemeinsames Bild dessen, was wirklich los ist.

Erst dann können wir beginnen, daran zu arbeiten.

Nicht übereinander.

Sondern miteinander.


💚 Fazit: Entwicklung beginnt oft nicht mit einer neuen Lösung. Sie beginnt damit, dass Menschen endlich über das sprechen, was ohnehin längst im Raum ist.

Weiter
Weiter

Was passiert, wenn Führungskräfte keine Superhelden mehr sein müssen?