Wenn Führung schwer wird

Kollerboration- Simon Koller - Organisationsentwicklung - FÜhrung - zwei Personen klatschen ein Bürosetting

Ich erlebe Führung oft als etwas Schweres.
Nicht, weil Menschen nicht wollen – sondern weil sie es gut machen möchten. Und genau das macht es manchmal so anstrengend.

Viele Führungskräfte stehen unter Druck. Erwartungen von oben. Bedürfnisse von unten. Dazwischen der eigene Anspruch, allem gerecht zu werden. Und dann soll man noch „modern“, „klar“, „empathisch“ und „wirksam“ führen. Am besten gleichzeitig.

In Gesprächen höre ich dann Sätze wie:
„Ich weiß gar nicht mehr, wie ich es richtig machen soll.“
„Egal was ich tue, irgendwer ist unzufrieden.“
„Ich habe das Gefühl, ich verliere mich selbst dabei.“

Und genau da werde ich hellhörig.

Für mich beginnt Führung nicht bei Antworten, sondern bei dem Moment, in dem man sich diese Unsicherheit eingesteht. Wenn man innehält und ehrlich hinschaut. Auf sich selbst. Auf das Team. Auf das, was gerade wirklich da ist.

Führung darf für mich menschlich sein.
Mit Zweifeln. Mit Fragen. Mit Unklarheit.

Nicht alles wissen müssen. Nicht alles kontrollieren. Aber präsent sein. Zuhören. Da bleiben, auch wenn es unbequem wird.

Ich glaube nicht an Führung als Rolle, die man perfekt ausfüllt.
Ich glaube an Führung als Beziehung. Und Beziehungen sind lebendig, manchmal chaotisch, manchmal anstrengend – aber genau deshalb echt.


Mein Fazit: Führung wird leichter, wenn wir aufhören, perfekt sein zu wollen. Wenn wir uns selbst wieder spüren.
Und wenn wir den Mut haben, Führung als menschlichen Prozess zu leben – nicht als Aufgabe nebenbei.

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