Rituale – die leisen Anker im Alltag
Ich habe meine Rituale.
Und ich merke immer wieder, wie gut sie mir tun.
Ein Kaffee auf der Terrasse. Kurz draußen sitzen. Gedanken sortieren. Noch nichts müssen. Einfach da sein. Erst danach tauche ich in Themen ein, denke nach, arbeite mich ein. ☕
Das ist nichts Großes. Aber es erdet mich.
Und genau deshalb frage ich mich:
Warum vergessen wir Rituale so oft in Organisationen?
Ein Ritual ist für mich kein fixer Termin im Kalender. Kein Jour Fixe, der halt „dazugehört“. Ein echtes Ritual gibt Halt. Es schafft Verbindung. Es hat Bedeutung.
Im Privaten leben wir das ganz selbstverständlich:
Familientreffen. Stammtische. Gemeinsames Essen. Gespräche ohne Ziel, aber mit Tiefe.
Warum glauben wir, dass all das im Arbeitskontext plötzlich keinen Platz mehr haben darf?
Ich erlebe in Organisationen oft, dass Erfolge kaum gefeiert werden. Dass Reflexion nebenbei passiert – wenn überhaupt. Dass Austausch von Zufall abhängt. Dabei entstehen genau dort diese leisen, starken Momente, die Teams zusammenhalten.
Gemeinsame Rituale machen etwas mit Menschen.
Sie erzeugen Zugehörigkeit.
Sie geben Sicherheit.
Sie setzen Energie frei.
Mein Fazit: Es braucht keine großen Programme. Manchmal reicht ein bewusst gestalteter Moment.
Wenn wir anfangen, Rituale ernst zu nehmen, wird Zusammenarbeit menschlicher – und nachhaltiger.